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Kritische Philosophie

Leonard
Nelson

Chronologie

Mitglieder und Freunde der Akademie

Zur Geschichte der AkademieEs stand im Einklang mit Nelsons Philosophie und mit den Maximen, die sein Leben bestimmt hatten, daß sich die kleine, von den Massenorganisationen der politischen Arbeiterbewegung isolierte Schar des ISK (Internationaler Sozialistischer Kampfbund) zunehmend auf die politische Arbeit konzentrierte. In den letzten Jahren der Weimarer Republik bot der ISK alle seine Kräfte im Kampf gegen den Nationalsozialismus auf; die Erwachsenenabteilung der Walkemühle wurde 1931 aus diesem Grund geschlossen. Die Lehrer und ein Teil der Schüler arbeiteten danach an der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Der Funke – Tageszeitung für Recht, Freiheit und Kultur" mit.

1932 versuchte der ISK, durch Schaffung einer Einheitsfront aller Antifaschisten den Nationalsozialismus abzuwehren.

Die Walkemühle (Melsungen), um 1925
Die Walkmühle
(Melsungen, um 1925)

Ab 1933 setzte er den Kampf im Exil fort (s. Miller 1983). Bereits Anfang 1933 wurde die Walkemühle von SA-Leuten besetzt und kurze Zeit danach beschlagnahmt. Die Kinderschule Walkemühle wurde ab Ende 1933 in Dänemark und ab 1938 in Wales fortgeführt. Nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen wurden die meisten in Großbritannien lebenden Deutschen als "feindliche Ausländer" eingestuft und interniert. Das war das Ende der Kinderschule im Exil (s. Nielsen 21999).

Nach dem Zweiten Weltkrieg löste sich der ISK auf; die meisten seiner Mitglieder schlossen sich der SPD bzw. der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz an und übernahmen verantwortungsvolle Aufgaben im öffentlichen Leben. Bei der Wiederaufnahme der Arbeit durch die Philosophisch-Politische Akademie im Jahre 1949 wurde – im Gegensatz zur ursprünglichen Gründung – keine Verbindung zu einer politischen Organisation hergestellt. Es ging zunächst darum, das wissenschaftliche Werk Leonard Nelsons zugänglich zu machen, um so seine Rezeption und die kritische Diskussion zu ermöglichen.

Die Wiedergutmachung für das von den Nationalsozialisten beschlagnahmte Vermögen diente als Gründungskapital, Spenden und Legate von Freunden trugen in der Folgezeit zur finanziellen Basis bei. Die Philosophisch-Politische Akademie ist als gemeinnütziger Verein anerkannt.

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