Dortmunder politisch-philosophische Diskurse
Seit 2003 führen die Philosophisch- Politische Akademie und das Fach
Politikwissenschaft der Technischen Universität Dortmund gemeinsame
wissenschaftliche Arbeitstagungen durch. Sie werden organisiert von den
Professoren Thomas Meyer und Udo Vorholt. Die Tagungen befassen sich mit
politisch-philosophischen Themen von besonderer öffentlicher Bedeutung.
Sie bieten abseits von den tagespolitischen Auseinandersetzungen einen Raum,
indem politische Grundlagenthemen von Experten verschiedener
Wissenschaftsdisziplinen vorgestellt und in einem Forum mit Wissenschaftlern,
Studierenden und Bürgern handlungsorientiert erörtert werden.
Die Vorträge der Tagungen sind publizistisch dokumentiert in der
Reihe "Dortmunder politisch-philosophische Diskurse" (Projekt
Verlag) Bochum/Freiburg 2004ff. Bisher erschienen neun Publikationen.
Herausgeber sind Thomas Meyer und Udo Vorholt.
Dortmunder Politisch-Philosophische Diskurse 2003-2009
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09. Mai 2003
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02. Juli 2004
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01. Juli 2005
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14. Juli 2006
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29. Juni 2007
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07. November 2008
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13. November 2009
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03. Dezember 2010
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09. Dezember 2011
2003: Politik - Ethik - Menschenbild
In der heutigen Zeit, die durch Phänomene wie Politikverdrossenheit,
Entfremdungen von den politischen Institutionen oder politischen
Medieninszenierungen mitgeprägt wird, ist die Frage nach einem
vernünftig begründeten politischen Menschenbild mehr als aktuell.
Eine Renaissance einer politischen Anthropologie könnte wichtige Hinweise
für eine an demokratischen Prinzipien orientierte zukunftsfähige
Politik geben. Die Autoren - Dieter Birnbacher, Volker Gerhardt, Susanne
Miller, Thomas Meyer, Johano Strasser - stellen aktuelle Beiträge, aber
auch vergleichende geschichtliche Rückblicke zur politischen Anthropologie
vor.
2004: Zivilgesellschaft und Gerechtigkeit
In diesem zweiten Band stellen die Autoren Wilfried Hinsch, Rolf G. Heinze,
Adrian Reinert, Ursula Nothelle-Wildfeuer, René Cuperus und Udo Vorholt
grundlegende Beiträge wie aktuelle politische Kontroversen zu dieser
Thematik vor. Die Frage, wie die Zivilgesellschaft zu mehr Gerechtigkeit
führen kann, steht dabei im Zentrum der in diesem Band versammelten
Beiträge.
2005: Freiheit und kulturelle Differenzen
Im dritten Band der "Dortmunder politisch- philosophischen Diskurse" stellen
die deutschen und amerikanischen Wissenschaftler Eric Foner, Volker Gerhardt,
Lewis Hinchman, Dick Howard, Jürgen Kocka, Thomas Meyer und Walter
Reese-Schäfer grundlegende Beiträge vor. Dabei werden nicht nur
historische wie aktuelle Bestimmungen des Freiheitsbegriffes sondiert, sondern
Verbindungen zu politischen Grundwerten in Deutschland hergestellt und der
freiheitliche Kontext amerikanischer Diskurse entfaltet.
2006: Positive und negative Freiheit
Die Autoren dieses Bandes, Thomas Meyer, Stefan Gosepath, Ulrich Steinvorth,
Volker Gerhardt und Julian Nida-Rümelin diskutieren den Freiheitsbegriff
in Bezug auf den politischen Liberalismus ebenso wie in Relation zu Konzeptionen
einer sozialen Demokratie. Das Verhältnis von Freiheit zu Gleichheit
unter Bezug auf die vorrangige Sicherung der Grundrechte und Grundfreiheiten
wird dabei ebenso thematisiert wie die Möglichkeit, Elemente des positiven
und negativen Freiheitsbegriffes miteinander zu verbinden.
2007: Identität in Europa
Thomas Meyer stellt ausgehend von der politischen Identität und der
Rolle der kulturellen Unterschiede Projektidentität und Zugehörigkeit
als die zwei Säulen einer europäischen Identität vor.
Cäcilie Schildberg gibt einen Überblick über die europäische
Identitätsdebatte. Michael Bruter präsentiert seine
Forschungsergebnisse, die die Existenz einer europäischen Identität
belegen können. Werner Weidenfeld stellt grundlegende Überlegungen
einer europäischen Reflexion vor. Ausgehend von einer Darstellung des
Wesens Europas und der europäischen Geschichte stellt er die Frage einer
Integration der erweiterten Union.
2008: Menschenrechte, universelle Grundrechte und Demokratie
In der sechsten Tagung wird das Thema aus politikwissenschaftlicher aber auch rechtswissenschaftlicher Sicht von Thomas Meyer, Wolfgang Merkel, Jürgen Meyer und Thomas Heberer dargestellt. Ausgehend von der Universalität der Grundrechte am Beispiel der beiden Grundrechtspakte der Vereinten Nationen von 1966 wird ein Konzept einer sozialen Sockelgleichheit entwickelt. Weiterhin werden unter Bezug auf das moderne Völkerrecht die Beziehungen von Demokratien und Kriegen erörtert und die Frage aufgeworfen, ob es auch eine Pflicht zur humanitären Intervention gibt. Nach einer Darstellung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union werden Menschenrechtsverbürgungen als das Herzstück eines zukünftigen europäischen Verfassungsrechts benannt. Am Beispiel Chinas werden Menschenrechte, politische Reformen und Voraussetzungen einer Zivilgesellschaft vorgestellt.
2009 Demokratie durch Erziehung?
Die siebte Tagung behandelt den für die Entwicklung von Werten innerhalb moderner Gesellschaftsformen wichtigen Aspekt "Demokratie und Erziehung". Christoph Schuck, Andreas Kost, Udo Vorholt und Kurt Edler stellen unterschiedliche Perspektiven der Demokratieforschung vor. Neben dem Stand der politikwissenschaftlichen Demokratieforschung zu Beginn des 21. Jahrhunderts, der Dringlichkeit von direkter Demokratie und den Vorteilen der Demokratiepädagogik, wird der 150. Wiederkehr des Geburtstages des Philosophen und Pädagogen John Dewey im Jahr 2009 erinnert.
2010 Bildungsgerechtigkeit als politische Aufgabe
Detlef Horster, Lothar Wigger und Markus Dederich stellen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen das Thema Bildungsgerechtigkeit vor. Drei Gerechtigkeitskonzepte - auf Gleichheit, auf Menschenwürde und auf Anerkennungsverhältnissen basierend - werden gegenübergestellt. Ausgehend von den kategorialen Differenzierungen Derbolavs - Verteilungsgerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Anerkennungsgerechtigkeit - wird für einen umfassenderen Begriff von Bildung und Gerechtigkeit geworben. Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention und der dort formulierten Inklusionsforderung wird der Zusammenhang von Gerechtigkeit, Gleichheit und Ungleichheit dargestellt.
2011 Freiheit und Sicherheit
Die neunte Tagung behandelte das hochaktuelle Thema Freiheit und Sicherheit. Gert-Joachim Glaeßner, Thomas Meyer, Hans Peter Bull und Matthias Heise diskutieren den Themenkomplex aus unterschiedlichen Sichtweisen, angefangen mit theoretischen Konzepten wie Freiheit in Sicherheit realisiert werden kann sowie der Frage, welche Form von Sicherheit die richtige ist, damit gleichzeitig Freiheit gewährleistet werden kann. An konkreten Themenbereichen orientiert sind die Beiträge zu Datenschutz und Individualinteressen sowie zur internationalen Perspektive, aus der die Zusammenhänge zwischen Freiheitsverlust und Sicherheitsgewinn beleuchtet werden.
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