Publikationen zur Person und Philosophie Leonard Nelsons
Birnbacher, Dieter; Krohn Dieter (Hg.): Das sokratische Gespräch
Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2002. 222 S., 5,60 EUR, ISBN 3-15-018230-1
Franke, Holger: Leonard Nelson
Ein biographischer Beitrag unter besonderer Berücksichtigung seiner
rechts- und staatsphilosophischen Arbeiten. Verlag an der Lottbek, 1991
Der Göttinger Neokantianer Leonard Nelson (1882-1927) hat wie kaum ein
Philosoph dieses Jahrhunderts Denken und Handeln verbunden. Nach dem Ersten
Weltkrieg versuchte er sein System der praktischen Philosophie in die
pädagogische und politische Praxis umzusetzen. Die Theorien Nelsons
und ihre Rezeptionsgeschichte sind daher nur vor dem Hintergrund seiner
Biographie zu verstehen. Das Leben Leonard Nelsons war bislang nur unzureichend
erforscht. Die vorliegende Arbeit trägt wesentlich dazu bei, diese
Lücke zu schließen. Bisher unbekanntes Quellenmaterial wie z.B.
Nelsons Briefe an David Hilbert, Bertrand Russell und Albert Einstein wurde
ausgewertet.
Holger Franke gelingt es zudem, über den biographischen Aspekt hinaus
Licht auf einen frühen Kampf um die Etablierung der analytisch orientierten
Philosophie in Deutschland zur werfen.
Gronke, Horst;
Meyer, Thomas; Neißer, Barbara (Hrsg.): Antisemitismus bei Kant und
anderen Denkern der Aufklärung.
Prämierte Schriften des wissenschaftlichen Preisausschreibens
"Antisemitische und antijudaistische Motive bei Denkern der Aufklärung".
Würzburg: Königshausen & Neumann 2001, 284 S.
Aufklärung und Antisemitismus - ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Es scheint unbegreiflich zu sein, dass sich die Verfechter von Autonomie
und Menschwürde zu antisemitischen und antijudaistischen
Äußerungen hinreißen ließen. Ist die Aufklärung
in die geistige Vorgeschichte von Auschwitz einzuordnen?
Die Philosophisch-Politische Akademie hatte ein wissenschaftliches
Preisausschreiben veranstaltet, in dem diese Problemstellung grundlegend
geklärt werden sollte. Die Teilnehmer sollten untersuchen, wie die
antisemitischen und antijudaistischen Positionen vom jeweiligen Denker
begründet wurden, welche sozialen, kulturellen und
politisch-ökonomischen Faktoren die entsprechenden Einstellungen
gefördert haben, wie sich die antisemitischen und antijudaistischen
Elemente zu den Postulaten der Aufklärung bei den entsprechenden Autoren
verhielten.
Die erste Preisträgerin Bettina Stagneth sowie die drei weiteren
Preisträger Gerald Humann, Almut Rüllmann und Martin Damken
führen exemplarisch vor, wie man die Frage des in der deutschen und
europäischen Aufklärung wirksamen Antijudaismus einer rationalen
Klärung zuführen kann, ohne hierbei den Kerngehalt des
aufklärerischen Denkens selbst preiszugeben.
Bettina Stagneth: Antisemitische und antijudaistische Motive bei Immanuel
Kant? Tatsachen, Meinungen, Ursachen
Gerald Hubmann: Sittlichkeit und Recht. Die jüdische
Emanzipationsfrage bei Jakob Friedrich Fries und anderen Staatsdenkern des
Deutschen Idealismus
Almut Rüllmann: Adolph Freiherr Knigge und die Juden
Martin Damken: Theoretischer oder praktischer Gott. Versuch einer
Annäherung an Salomon Maimons vielfach zerrissene Einstellung zum Judentum
Gronke, Horst; Meyer, Thomas; Neißer, Barbara: (Hrsg.:) Antisemitische
und antijudaistische Motive bei Denkern der Aufklärung
Susanne Miller zum 85. Geburtstag. Münster/Hamburg: Lit 2001
96 S., 29,80 DM
Der vorliegende Band enthält die Reden zur Preisverleihung am 3. April
2000 in den Räumen der Germania Judaica in Köln sowie die Thesen
der prämierten Schriften von Bettina Stagneth, Gerald Hubmann, Almut
Rüllmann und Martin Damken. Im Zentrum stehen die Laudatio Micha Brumliks
auf die Preisschrift "Antisemitische und antijudaistische Motive bei Immanuel
Kant?" der ersten Preisträgerin Dr. Bettina Stagneth sowie Frau Stangneths
Dankesrede. Thomas Meyer beleuchtet das Engagement der Philosophisch-Politischen
Akademie gegen den Antisemitismus und stellt die Aktualität der
Denkanstöße von deren Gründer Leonard Nelson dar. Sabine
Lemke-Müller leitet den Band mit einem Porträt des wissenschaftlichen
und politischen Lebens Susanne Millers ein.
Henry-Hermann, Grete (Hrsg.): Leonard Nelson. Vom Selbstvertrauen der
Vernunft
Schriften zur kritischen Philosophie und ihrer Ethik. Felix Meiner Verlag,
Hamburg 1975
Henry-Hermann, Grete: Die Überwindung des Zufalls
Kritische Betrachtungen zu Leonard Nelsons Begründung der Ethik als
Wissenschaft. Mit einem Vorwort von Gustav Heckmann. Felix Meiner Verlag,
Hamburg 1985
Knappe, Silvia; Krohn, Dieter; Walter, Nora (Hrsg.): Vernunftbegriff und
Menschenbild bei Leonard Nelson
Bd. II der Reihe "Sokratisches
Philosophieren", Frankfurt a. M. 1996
Meyer, Thomas: Die Aktualität Leonard Nelsons
In: Detlef Horster, Dieter Krohn (Hrsg.): Vernunft, Ethik, Politik. Gustav
Heckmann zum 85. Geburtstag. SOAK Verlag, Hannover 1983
Miller, Susanne: Leonard Nelson. Ein revolutionärer Revisionist.
In: Die Neue Gesellschaft, 29. Jg. 1982
Miller, Susanne: Leonard Nelson und die sozialistische Arbeiterbewegung.
In: W. Grab, J. Schoeps (Hrsg.): Juden in der Weimarer Republik, Stuttgart/Bonn
1986
Nelson, Leonard: System der philosophischen Ethik und Pädagogik.
Verlag Öffentliches Leben, Göttingen-Hamburg 1949
Nelson, Leonard: Die Rechtswissenschaft ohne Recht.
Mit einer Einführung von Curt Staff. Verlag Öffentliches Leben.
Göttingen-Hamburg 1949
Nelson, Leonard: Gesammelte Schriften.
Herausgegeben von Paul Bernays, Willi Eichler, Arnold Gysin, Gustav Heckmann,
Grete Henry-Hermann, Fritz von Hippel, Stephan Körner, Werner Kroebel,
Gerhard Weisser. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1970-1977
Band I: Die Schule der kritischen Philosophie und ihre Methode.
Mit einem Geleitwort von Paul Bernays, einem Vorwort zu den Gesammelten Schriften
von Grete Henry-Hermann und einem Beitrag von Julius Kraft, 1970
Band II: Geschichte und Kritik der Erkenntnistheorie.
Mit einem Vorwort von Gerhard Weisser und Lothar F. Neumann, 1973
Band III: Die Kritische Methode in ihrer Bedeutung für die Wissenschaft.
Mit einem Vorwort von Grete Henry-Hermann, 1974
Band IV: Kritik der praktischen Vernunft.
Zweite, unveränderte Auflage, 1972
Band V: System der philosophischen Ethik und Pädagogik.
Aus dem Nachlaß herausgegeben von Grete Henry-Hermann und Minna Specht.
Dritte, unveränderte Auflage 1970
Band VI: System der philosophischen Rechtslehre und Politik.
Zweite, durchgesehene Auflage 1970
Band VII: Fortschritte und Rückschritte der Philosophie.
Aus dem Nachlaß herausgegeben von Julius Kraft. Zweite, durchgesehene
Auflage 1970
Band VIII: Sittlichkeit und Bildung.
Mit einem Vorwort von Gustav Heckmann. Dritte, durchgesehene Auflage 1971
Band IX: Recht und Staat.
Mit einem Vorwort von Arnold Gysin, 1972
Nelson, Leonard: Ausgewählte Schriften.
Studienausgabe herausgegeben und eingeleitet von Heinz J. Heydorn. Mit einem
Vorwort zur Neuausgabe von Thomas Meyer. dipa-Verlag, Frankfurt a. M. 1992
Philosophisch-Politische Akademie (Hrsg.): Wie Vernunft praktisch werden
kann.
Zur Aktualität des philosophischen Werkes von Leonard Nelson.
Ausstellungskatalog, Philosophisch-Politische Akademie, Frankfurt a.M. 1987
Schröder, Peter (Hrsg.): Vernunft, Erkenntnis, Sittlichkeit.
Felix Meiner Verlag, Hamburg 1979
Specht, Minna; Eichler, Willi (Hrsg.): Leonard Nelson zum Gedächtnis.
Verlag Öffentliches Leben, Frankfurt a. M. 1953
Vorholt, Udo: Die politische Theorie Leonard Nelsons.
Eine Fallstudie zum Verhältnis von philosophisch-politischer und
konkret-politischer Praxis.
Nomos-Verlags-Gesellschaft, Baden-Baden 1998, 240 S. Zugl.: Dortmund,
Univ.-Habil.-Schrift 1997
Siehe auch:
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