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Themen Sokratischer
Gespräche |
Die Tradition des
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Sokratischer
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Für
Sokratische Gespräche sind solche Themen und nur solche
geeignet, für die durch Nachdenken eine Antwort gefunden werden kann
und die dem Erfahrungsbereich aller Teilnehmer zugänglich sind. Themen,
für die empirische oder historische Untersuchungen erforderlich sind
oder für die es nur subjektive Antworten geben kann, sind für ein
Sokratisches Gespräch ungeeignet. In Betracht kommen daher vor allem
ethische, erkenntnistheoretische oder mathematische Themen. Bei ethischen
Themen können pädagogische, politische oder psychologische Schwerpunkte
gesetzt werden. Hier einige Beipiele für Themen, die in den letzten
Jahren behandelt wurden:
Im Prinzip ist jedes philosophische oder mathematische Thema geeignet, das eine hinreichende Nähe zur Alltagserfahrung aufweist. Für die sokratischen Woche wählen die Gesprächsleiter Themen aus den verschiedenen Teilgebieten der Philosophie aus und bemühen sich, auch ein mathematisches Thema anzubieten. Die Themen werden so ausgesucht und formuliert, daß zu erwarten ist, daß die Teilnehmer an dem Thema interessiert sind und die Gruppe in der zur Verfügung stehenden Zeit zu einem Ergebnis gelangen kann. Mathematische Themen zumindest die, die im Rahmen dieser Seminare gestellt wurden und werden sind in bestimmter Hinsicht besonders geeignet und fruchtbar für die sokratische Arbeit: Sie knüpfen an elementare Erfahrungen mit Figuren und Zahlen an, über die jeder verfügt. Dadurch ermöglichen sie jedem einen unmittelbaren Zugang. Es ist in der Regel leichter als bei anderen Themen, sich über den Inhalt der Begriffe zu einigen, die man verwendet, und die Gruppe kommt erfahrungsgemäß eher zu befriedigenden Antworten auf die Ausgangsfrage. Auch kommt es weniger zu störenden Emotionen. Im Kontrast zu diesen Vorteilen mathematischer Themen stehen häufig Befürchtungen von Teilnehmern, sie "könnten keine Mathematik". Groß ist inzwischen jedoch die Zahl derer, für die sich diese Befürchtungen als unbegründet erwiesen und die während solcher Gespräche erstmals die für sie überraschende und befriedigende Erfahrung gemacht haben, daß sie kraft ihres eigenen Denkens zu mathematischen Einsichten gelangen können.
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Leonard
Nelson
(1882-1927) war an der Universität Göttingen Professor für
Philosophie. als er im Jahre 1927 im Alter von nur 45 Jahren starb,
hinterließ er ein umfangreiches Werk. Zu seinen bedeutensten
pädagogischen Leistungen gehört zweifellos die Entwicklung der
sokratischen Methode. Er hat diese Methode selber praktiziert und stellte
sie vor in einem Vortrag bei der Pädagogischen Gesellschaft in
Göttingen am 11. Dezember 1922 (Leonard Nelson:
Gesammelte Schriften Bd. 1,
269-316).
Unter Nelsons Zuhörern in Göttingen war Gustav Heckmann (1898-1996), damals Student der Mathematik, Physik und Philosophie, den die Gestalt des Sokrates, dessen Suche nach Wahrheit und dessen Ablehnung jedes Dogmatismus seit seiner Gymnasialzeit fasziniert hatten. Er sah in der sokratischen Methode die Möglichkeit, Menschen anzuleiten, in gleichberechtigtem Diskurs einander gegenseitig bei der Klärung ihrer Gedanken zu helfen und zu vertieften Einsichten zu gelangen. Gustav Heckmann entschloß sich, die sokratische Methode, wie er sie bei Nelson kennengelernt hatte, zu erlernen und zu praktizieren. Nach seiner Promotion bei Max Born (1924) und dem Staatsexamen für das höhere Lehramt (1925) war er von 1927 bis 1931 Lehrer am Landerziehungsheim Walkemühle. 1933 ging er mit der Schule ins Exil nach Dänemark und später nach England. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und erhielt eine Professur für Philsophie und Pädagogik in Hannover. Gustav Heckmann hat die sokratische Methode jahrzehntelang in der Erwachsenenbildung und der Lehrerbildung praktiziert. Er hat die sokratische Methode zudem weiterentwickelt und ab 1969 einen Kreis von jüngeren Menschen angeleitet, Sokratische Gespräche zu leiten. Aus diesem Kreis ist die GSP hervorgegangen, deren Ehrenmitglied er und seine Ehefrau Charlotte wurden. |
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